Fahrzeuge

Hunderte bestens ausgebildete Feuerwehrleute bringen nichts, wenn sie nicht zur Einsatzstelle kommen, oder dort keine Ausrüstung zur Verfügung haben. Das Feuerwehrauto ist also mit der wichtigste Teil im Puzzle des Feuerwehrwesens.

Feuerwehrleute müssen sich immer hundertprozentig auf ihre Ausrüstung verlassen (können). Im Korb der Drehleiter 20 bis 30 Meter über dem Boden wäre es fatal, plötzlich an dem Fahrzeug zu zweifeln. Im Innenangriff legen die Feuerwehrmänner und -frauen ihre Gesundheit und ihr Leben in die Hände des Atemschutzgerätes. Es ist daher ungemein wichtig, dass jegliche Ausrüstung immer auf dem neuesten Stand der Technik (soweit nötig und sinnvoll) gehalten wird. Mit unseren vier Fahrzeugen am Standort Arberg sehen wir diesen Anspruch glücklicherweise sehr gut erfüllt.

Doch nicht nur der Einsatz selbst birgt Gefahren. Einsatzfahrten sind trotz - oder vielleicht gerade wegen - den Sonder- und Wegerechten gefährliche Situationen. Die Fahrer tragen hierbei eine große Verantwortung und müssen ihr Fahrzeug unbedingt beherrschen. Oft handelt es sich auch nicht um Berufskraftfahrer. Um das Risiko für uns und alle anderen Verkehrsteilnehmer zu verringern, müssen die Fahrer jedes Jahr eine bestimmte Anzahl an Übungsfahrten absolvieren. Wer die Mindestzahl nicht erreicht hat, darf bis auf weiteres im Einsatz keines der Autos mehr bewegen.

HLF 10  Florian Arberg 42/1

Das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 10 (HLF 10) ist das Arbeitspferd der Feuerwehr Arberg. Im Normalfall ist es das zuerst ausrückende Fahrzeug bei jeglicher Art von Einsatz.

Egal ob technische Hilfeleistung oder Brandbekämpfung: das HLF 10 ist ein wahrer Allrounder. Vollbesetzt transportiert es neun (tagsüber meist nur sechs) Feuerwehrleute zu den unterschiedlichsten Einsätzen. Durch die eingebaute Pumpe, den Wassertank und die Atemschutzgeräte kann es als eigenständige Einheit in der Brandbekämpfung fungieren. Für Unfälle aller Art ist schweres technisches Gerät an Bord - bei Sattelschleppern rufen wir dann aber doch nach Verstärkung.

Auf dem Fahrzeug sind unter anderem verladen:

  • Wassertank 1100l
  • Schaumtank 120l
  • Stomerzeuger
  • Hydraulischer Rettungssatz
  • Hochdruckhebekissen
  • Motorsäge
  • 4 Atemschutzgeräte
  • Hitzeschutzanzüge
  • automatischer Lichtmast
  • Tauchpumpe
  • Überdrucklüfter
  • Rauchverschluss
  • Gaswarngerät
  • Wärmebildkamera
  • vierteilige Steckleiter

TSF-W  Florian Arberg 46/1

Das Tragkraftspritzenfahrzeug Wasser (TSF-W) ist so etwas wie die kleine Schwester des HLF 10. Trotz der Besatzung von “nur” sechs Feuerwehrleuten führt es die komplette Ausrüstung für eine Löschgruppe (neun Einsatzkräfte) mit. Im Gegensatz zum HLF 10 ist aber kein technisches Gerät für Hilfeleistungseinsätze vorhanden.

Durch den Wassertank und die Atemschutzgeräte kann das TSF-W theoretisch auch für den Erstangriff bei einem Brandeinsatz verwendet werden. 600 Liter sind allerdings potentiell schnell aufgebraucht. Im realen Einsatz wird das Fahrzeug daher typischerweise für die Wasserförderung verwendet. Durch die entnehmbare Pumpe kann Wasser auch aus Bächen und Weihern entnommen werden, die für andere Fahrzeuge mit fest verbauter Pumpe unzugänglich sind.

Die tragbare Pumpe - oder Tragkraftspritze - gibt dem Fahrzeug übrigens auch den Name. Allerdings sind wir froh, wann immer wir sie im Geräteraum belassen können: auch zu viert hat jeder schwer zu schleppen.

Auf dem Fahrzeug sind unter anderem verladen:

  • Wassertank 600l
  • Nasssauger
  • 4 Atemschutzgeräte
  • Motorsäge
  • manueller Lichtmast
  • Türöffnungswerkzeug
  • Tragkraftspritze P-FPN 10/1000
  • vierteilige Steckleiter

SW-KatS  Florian Arberg 58/1

Der Schlauchwagen Katastrophenschutz (SW-KatS) ist das größte und neueste Pferd im Stall - und gehört dabei nicht einmal der Gemeinde. Der SW wurde uns im Zuge des Bevölkerungsschutzes vom Bundesamt für Bevölkerungs- und Katastrophenschutz zur Verfügung gestellt. Fahrzeuge dieser Art werden im gesamten Bundesgebiet verteilt und für Großschadenslagen vorgehalten. Da der SW teil des Katastrophenschutzes ist, kann er auch überörtlich alarmiert werden - in diesem Fall stellen wir die Besatzung und wechseln die Einsatzkräfte je nach Einsatzdauer regelmäßig aus.

Das Fahrzeug ist aber nicht ausschließlich für Großschadenslagen vorgesehen. Im ganz normalen Einsatzgeschehen rückt er bei uns aus wie alle anderen Autos auch. Durch die 2000 Meter vorgekuppelten B-Schläuche ist der SW für den zügigen Aufbau einer Wasserförderung über lange Schlauchstrecken prädestiniert. Mit der Hubarbeitsbühne eignet er sich aber auch hervorragend für den Materialtransport. Im Feuerwehrhaus stehen zum Beispiel vier Gitterboxen mit gefüllten Sandsäcken bereit, um bei Bedarf transportiert zu werden.

Auf dem Fahrzeug sind unter anderem verladen:

  • 2000m B-Schlauch (jeweils 1000m gekuppelt in Magazinen)
  • Tragkraftspritze P-FPN 10/1000
  • Faltbehälter 5000l
  • Hubwagen
  • 2 Gitterboxen
  • 12 Schlauchbrücken
  • Motorsäge
  • Zubehör für Ladungssicherung
  • Multifunktionsleiter
  • 3 Vollmasken inkl. Filter
  • 4 Gitterboxen mit Sandsäcken im Feuerwehrhaus auf Reserve

MTW  Florian Arberg 14/1

Unser ganz klares Lieblingsauto! 1977 als Löschgruppenfahrzeug 8 (LF 8) nach alter Norm in Dienst gestellt, fungiert unser Oldie heute “nur” noch als Mannschaftstransportwagen (MTW). Wenn es hart auf hart kommt, dann könnte die Frontbaupumpe aber immer noch zur Wasserförderung verwendet werden - im Winter vielleicht mit einer prophylaktischen Schicht Streusalz im Arbeitsbereich.

Wer einen alten Traktor zuhause hat, der wird sich auf dem Auto sofort heimisch fühlen. Servolenkung ist genauso ein Fremdwort wie Automatikgetriebe. Allerdings hat das MTW auch einige Goodies:

  • für eine Heizung einfach die Abdeckung des Motors im Innenraum entfernen
  • eingebaute Geschwindigkeitswarnung: ab 80 fängt das Lenkrad an zu ruckeln
  • das Blaulicht rumpelt so laut, dass das Martinshorn fast überflüssig wird
  • altbewährte Diebstahlsicherung: moderne Autodiebe bringen den Motor sowieso nicht zum Laufen

Keine Frage: wir lieben unser LF 8!

Auf dem Fahrzeug sind unter anderem verladen:

  • Faltpavillon
  • Bierzeltgarnituren