Geschichte - Feuerwehr Arberg

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Geschichte

Über uns

Chronik der Feuerwehr Arberg

Seit alters her wurde dem Feuerschutz erhebliche Bedeutung zugemessen. Die Landesherren beugten duch baupolizeiliche Vorschriften und Feuerschutzordnungen den Gefahren vor. Von dem aus Arberg stammenden Fürstbischof von Eichstätt, Gabriel von Eyb (1455 - 1535), einem der bedeutendsten Reichsfürsten seiner Zeit, sind derartige Erlasse für das Hochstift Eichstätt, dem Arberg bis zum Jahr 1806 zugehörte, "zum Nutz von Wohlstand willen, auch Schaden des Feuers zu verhüten", bekannt. Der benachbarte Markgraf von Ansbach hatte für sein Fürstentum ebenfalls eine Feuerschutzordnung erlassen. Mit der Aufhebung des Hochstiftes Eichstatt kam Arberg an Bayern. Die neue Verwaltungsgliederung im Rezatkreis, der sich seit 1837 Mittelfranken nennt, schlagt Arberg dem Verwaltungs - und Gerichtsbezirk Herrieden zu. Dieser Zustand, der mehr als eine Generation die alten Herrschaftsverhältnisse durchscheinen lässt, änderte sich 1862. Damals kam es zu einer Neuordnung der bayerischen Behörden. Durch ein neues Gerichtsverfassungsgesetz erfolgte eine Trennung der Verwaltung von der Justiz. Es war die Stunde der Bezirksämter. Der Landgerichtsbezirk Herrieden mit Arberg kam zum neugebildeten Bezirksamt Feuchtwangen. Zu einer der ersten Aufgaben des Bezirksamtmannes gehörte die Neuorganisation des Feuerlöschwesens. Ein Anlass zur Gründung freiwilliger Wehren mag die Erkenntnis gewesen sein, dass an die Rettungsmannschaften immer größere Anforderungen gestellt wurden. Nur eine freiwillige Dienstleistung ermöglichte eine vielseitige Ausbildung, in den zahlreichen Neuerungen und technischen Fortschritten im Feuerlöschwesen gerecht wurde.

Gründung der Freiwillgen Feuerwehr Arberg

Auf Aufforderung des königlichen Bezirksamtes Feuchtwangen hatte Bürgermeister Johann Nefzger für die Gründung einer freiwilligen Feuerwehr geworben und am 9. März 1873 zu einer Versammlung eingeladen. 40 Teilnehmer erklärten ihren Beitritt zur Freiwilligen Feuerwehr Arberg. Als Vorstand wurde Kaufmann Eduard Christ gewählt, zum Kommandanten der königliche Förster Friedrich Jägerhuber, zum Adjutanten und Schriftführer der Schulgehilfe Friedrich Jägerhuber, als Zeugwart Gütler Johann Neuhäuser und zu Zugführern Josef Schmelzer, Franz Palm und Mathias Sedelmeyer.
In all den Jahren ihres Bestehens stand die Freiwillige Feuerwehr Arberg trotz aller Schwierigkeiten treu zu ihrem Wahlspruch: "Gott zu Ehr, dem Nächsten zur Wehr".
Mit diesen Vorsatz geht sie in ein neues Jahrhundert!

(Eucher Merk)

Die Feuerglocke

"Zum Sehen geboren, zum Schauen bestellt, dem Türme geschworen, gefallt mir die Welt."
So lässt Goethe den Türmer auf der Schloßwarte singen. Der Türmer und der Nachtwächter waren in alten Zeiten wichtige Männer, verantwortlich für die Sicherheit eines Gemeinwesens. Ihre Aufgabe war es, beim Herannahen des Feindes oder bei Ausbruch eines Feuers rechtzeitig Alarm zu schlagen, die Feuer- oder Sturmglocke zu ziehen. Ein Überbleibsel des Türmers und Nachtwächters war die Kirchenwache, der Kirchenspieß. Die älteren Bewohner werden sich dieses überkommenen brauches erinnern. Jeden Sonntag hatte eine andere Mannsperson während des Gottesdienstes zu wachen. Der Wächter, ausgestattet mit einem Stück Polizeigewalt, hatte die Aufgabe, hab und Gut zu schützen, bei Ausbruch eines Feuers sofort Sturm zu läuten.

Die Feuerglocke auf dem Tortürmchen zu läuten, bedurfte besonderer Geschicklichkeit. Doch der Türmer verstand sein Handwerk. Bei einen Großbrand läuteten die Kirchenglocken Sturm. Damit diese auch nachts zu läuten waren, durfte die Tür zum Glockenhaus wahrend der Nachtzeit nicht versperrt sondern nur angelehnt sein. In den dreißiger Jahren erlosch in Arberg der Brauch der Kirchenwache. Sirenen und moderne Nachrichtenmittel haben die Sturmglocken abgelöst.

Das vorletzte Mal läuteten sie Sturm, als in der Nacht vom 19. auf 20. März 1932 die Stadtmühle vor den Toren Ornbaus durch Brandstiftung in Flammen aufging. Damals rückte die Freiwillige Feierwehr Arberg, pferdebespannt, die Mannschaft zum Teil mit Fahrrädern, aus, um zu helfen. Die daheimgebliebenen Frauen und Kinder sahen von fern angstvoll der Feuersbrunst zu. Noch einmal läuteten die Kirchenglocken. Es war nach dem 18. April 1945, dem großen Brand von Merkendorf, als die Glocken das nahe Ende des Krieges kündeten.

Die Technik von heute bedarf nicht mehr der Feuerpfeife, des Signalhornes und der Glocke. Die neue Feuerwehrfahne versinnbildlicht diesen Fortschritt. Trotz dieser Entwicklung bleibt der Wunsch: "Möge nie der Tag erscheinen, wo des rauhen Krieges Horden dieses stille Tal durchtoben."

rk.

Allerlei Kurioses

Die Einträge in die Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Arberg geben uns ein vielseitiges Bild des Feuerlöschwesens vergangener Zeiten und einen Einblick in das damalige Volksleben. Dabei sind uns Merkwürdigkeiten überliefert, die Anlass zum schmunzeln geben.

Der Feuerläufer an der Langenruck
Ein dichtes Netz von Feuermeldestellen überspannte unser Land. Auch in früheren Zeiten war die Alarmierung der Feuerwehren geregelt. Es war vorgeschrieben, jeden Brand sogleich öffentlich anzuzeigen, um größeren Schaden zu vermeiden. Dabei sollte es nicht allein beim Lärmmachen bleiben. Bei größeren Bränden war mit den Kirchenglocken Sturm zu läuten, damit die Nachbarwehren aufmerksam wurden und zur Rettung herbeieilten. die Gemeinde hatte vier Einwohner oder deren Knechte, womöglich zu Pferd, in die vier Hauptrichtungen auszuschicken, um Hilfe zu holen. Dass es dabei manchmal zu Schwierigkeiten kam, davon weiß der Chronist zu berichten:
Am 3. Dezember 1876, früh zwischen 2 und 3 Uhr, kam aus ungeklärter Ursache in dem Wohnhaus des Schuhmachers Lechner in Ornbau Feuer aus. Die Ornbauer Wehr konnte den Brand in Griff bekommen, so dass die herbeigeeilte Weidenbacher Wehr nicht mehr einzugreifen brauchte. Die hiesige (Arberger) Wehr wurde nicht alarmiert, weil der Feuerläufer von Ornbau, statt hierher zu eilen, unterwegs - bei der sogenannten "Langenbruck" - wieder umkehrte in der Meinung, er höre die Feuerwehr schon anrücken. "Traurig, aber wahr!" schließt der Chronist.

Statt Pulverlöscher - Saumist
Am 15. Februar 1874, morgens um 1:15 Uhr, ertönten verzweifelte Hilferufe: Feurio! Feurio! Beim Bäckermeister Silver Engelhard (heutiges Anwesen Abel) brannte es lichterloh. Durch das rasche eingreifen der Freiwilligen Feuerwehr Arberg konnte das Feuer in kürzester Zeit eingedämmt werden. Bei der Brandbekämpfung leistete Saumist wetvolle Hilfe, da bei der strengen Kältealle Wasserstellen zugefroren waren. Der sonst zu nichts nutze Saumist hatte in früheren Zeiten bei Löschzwecken eine große Bedeutung. In einer alten Feuerordnung ist die Verwendung von Mist bei der Brandbekämpung eigens vorgeschrieben.

Feurio
Bis zur Motorisierung unserer Feuerwehren waren alle Gespannbesitzer, vor allem Pferdehalter, verpflichtet, die Feuerwehrgerätschaften zu fahren. Hierbei gab es öfters Unstimmigkeiten. Als am 10. Juli 1880 die Scheune des Anton Denzinger in Georgenhaag brannte, war wohl die Manschaft vollzählig auf dem Sammelplatz, die Anspannbesitzer jedoch, ließen auf sich warten. Beherzte Feuerwehrmänner zogen die große Spritze ein Stück über den "Sternsbuck" hinaus, mussten aber dann von ihrem Vorhaben ablassen. Da keine Pferde kamen, machten sich 12 Mann zu Fuß auf den Weg nach Georgenhaag, um die dortige Wehr beim Löschen zu unterstützen.
Als am 30. Juli 1880, abends um 8 Uhr, die Feuerwehr zu einem Blitzschlag nach Heglau alarmiert wurde, standen für die Feuerwehrspritze und die Begleitmannschaft sofort zwei Pferde bereit. Die Arberger Wehr trat jedoch in Heglau nicht in Aktion. Es war zu spät. Leicht verständlich bei der damaligen Beweglichkeit, der beschwerlichen langen Wegstrecke und der Schnelligkeit des Feuers.

(ar)

Vor 100 Jahren in Arberg

Im Zug einer allgemeinen Entwicklung macht in unseren Tagen wirtschaftliches Leben eine Veränderung durch, wie sie zuvor Generationen nicht erlebten. Im Hinblick auf das 100jährige Gründungsfest der Freiwilligen Feuerwehr Arberg ist es reizvoll, einmal von den wirtschaftlichen Verhältnissen vor 100 Jahren zu erfahren. Die Aufzeichnungen der Freiwilligen Feuerwehr geben uns dabei manchen Hinweis. Wie bereits an anderer Stelle geschildert, fand die Gebietsreform des vorigen Jahrhunderts ihren Abschluss. Die Wirtschaft der Gründerzeit hatte noch Schwierigkeiten. In der Beseitigung des unüberschaubaren Wirrwarrs der bestehenden Maße, Gewichte und Zahlungsmittel sollte nicht nur zur Einheit im deutschen Staatswesen, sondern auch zur Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse beitragen. Bei der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr hatten noch Gulden und Kreuzer Zahlungswert, gemessen wurde mit Ellen, gewogen nach Simra und Metzen, wobei ein Nürnberger Simra 15 Metzen, ein Eichstätter Simra 16 Metzen zahlte. Der Gulden, aus dem Florin des Florenz entwickelt, einer Goldmünze des Mittelalters seit 1752 in Florenz geprägt, daher die Abkürzung "fl" für Gulden, war noch im 19. Jahrhundert eine Silberwährung in Süddeutschland und Österreich. Der Kreuzer, eine kleine Scheidemünze aus Silber, seit dem 18. Jahrhundert auch aus Kupfer, erhielt seinen Namen nach dem ursprünglich aufgeprägten Doppelkreuz (Tirol). 60 Kreuzer ergaben einen Gulden. Bei der Währungsumstellung 1876 wurde der Kreuzer mit 4 Pfennig berechnet, der Gulden mit 2,40 Mark. Die neue Währung scheint recht rar und daher wertbeständig gewesen zu sein. Kostete das Briefporto 9 Kreuzer, so mussten in neuem Geld nur 10 Pfennig dafür entrichtet werden. Mit der Mark wurde die Feuerwehrzeitung billiger. Statt 2 Gulden und 6 Kreuzer mußten nur 3,60 Mark entrichtet werden. Eine Stearinkerze, damals für die Feuerwehr besonders wichtig, sind dafür 18 Pfennig zu entrichten. Ein echter Preisvergleich ist allerdings nicht möglich. Die Umstände sind zu verschieden.

em.

Die Finanzierung der Wehr

Vereinsbeiträge und Spenden ermöglichten es, die neu gegründete Freiwillige Feuerwehr mit dem Nötigen auszustatten. Für die Grundausrüstung trugen die Mitglieder mit 46 Gulden und 18 Kreuzer bei. Die Bürger von Arberg spendeten 7 Gulden und 27 Kreuzer, dazu gab die Gemeinde 50 Gulden. Die Bürger von Kemmathen steuerten mit 3 Gulden 12 Kreuzer, die Bewohner von Goldbiihl ebenfalls mit 3 Gulden 12 Kreuzer bei. Die Distriktkasse Feuchtwangen unterstütze den neuen Verein mit 25 Gulden. Zur Austattung gehörte bereits eine Fahne. Sie war einfach, als Feuerwehrfahne gehalten und diente an der Brandstätte als Zeichen für die Einsatzleitung. Die nach ernstlichen Differenzen innerhalb der Freiwilligen Feuerwehr 1881 gewählte Vostandschaft unter Anton Bauer, dem Großvater des späteren Kommandanten Josef Kräher, mit Franz Palm und Mathias Engelhardt beschloß, eine repräsentative Fahne anzuschaffen. 1886 konnte die in der Taubstummenanstalt Zell bei Heideck um 100 Mark von Hand gestickte Fahne von Pfarrer Johannes Tresch in festlicher Weise gesegnet werden. Die Fahne ging in dern Wirren der Zeit in Vergessenheit. Zum 100jährigen Gründungsfest wird die Freiwillige Feuerwehr eine neue Fahne enthüllen.


Feuertaufe

Kaum war die Arberger Freiwillige Feuerwehr ins Leben getreten, wurde sie schon zum Einsatz gerufen. In den Morgenstunden des 29. Juli 1873 brach im Anwesen des Bauern Würth in Taugenroth ein Brand aus, bei dem das Wohnhaus und die angebauten Stallungen völlig niederbrannten. Zusammen mit den Feuerwehren aus Bechhofen, Ornbau und Weidenbach-Triesdorf sowie einer Abteilung Artillerie bekämpfte sie den Brand.

Verbesserung in der technischen Ausrüstung

Der Freiwilligen Feuerwehr stand von Anfang an eine Druckspritze zur Verfügung. Dazu musste das Wasser in Eimern zu der Spritze getragen werden. Hierzu standen Ledereimer bereit. 1875 erhielt die Gemeinde Arberg von der Münchener-Aachener Feuerversicherungsgesellschaft eine zweirädrige Feuerwehrspritze. In späteren Jahren wurde eine vierrädrige Saug- und Druckspritze angekauft. Während des zweiten Weltkrieges stand der Feuerwehr, die damals aus Frauen und Mädchen bestand, eine kleine Motorspritze zur Verfügung. 1970 konnte der Feuerschutz mit einer neuen Motorspritze LF8 erheblich verbessert werden. Außerdem stehen in Arberg zahlreiche Unterflurhydranten zur Brandbekämpfung bereit.

 
 
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