Frauenpower!

Die Mischung machts.

Lange Zeit war die Feuerwehr reine Männersache. Das hat sich aber zum Glück in den letzten Jahren geändert. Dennoch gibt es manchmal immer noch Vorurteile was das Thema Frauen bei der Feuerwehr betrifft. Deshalb stellen sich im Folgenden einige unserer weiblichen Einsatzkräfte vor und erklären, warum sie sich für die Feuerwehr entschieden haben.

Jessica, 22

Industriekauffrau

Madleine, 21

Diplomverwaltungswirtin

Julia, 21

Fachkraft für Lebensmitteltechnik


Jessica

Wie bist du zur Feuerwehr gekommen?

Seit ich mich erinnern kann ist mein Papa Feuerwehrmann, und ich war schon immer bei sämtlichen Festen und Veranstaltungen dabei. Für mich war schon immer klar, dass ich in die Fußstapfen meines Papas treten möchte.

Was reizt dich besonders daran?

In der Feuerwehr lernt man nie aus - es gibt immer neue Techniken und Übungs-/Einsatzsituationen. Außerdem finde ich den Zusammenhalt klasse - man weiß, dass man sich immer auf den anderen verlassen kann. An einem Tag geht man zusammen feiern und am nächsten Tag steht man zusammen in einem brennenden Haus oder vor einem verunfallten Fahrzeug. Das beste ist natürlich die Vorstellung, irgendwann mal jemandem das Leben retten zu können.

Was sagst du zu der Behauptung, Frauen wären für die Feuerwehr körperlich zu schwach?

Stimmt überhaupt nicht. Ich kenne kein Gerät, das ich nicht heben kann. Und im Normalfall ist man sowieso nie alleine, dann kann man sich das Gewicht einfach aufteilen.

Was würdest du einer Frau mit auf den Weg geben, die überlegt, der Feuerwehr beizutreten?

Mach es! Wir Mädels freuen uns immer, wenn jemand Neues einen Spind in unserer Damenumkleide bezieht. Außerdem wollen wir es schaffen, irgendwann mehr Mädels als Männer zu sein ;)

Jessica hat die Grundausbildung absolviert und ist als Gruppenführerin Teil des Führungspersonals. Sie ist die erste weibliche Atemschutzgeräteträgerin der Feuerwehr Arberg und hat den Feuerwehrführerschein für LKW bis 7,5 Tonnen. Außerdem ist sie stellvertretende Jugendwartin und Beisitzerin im Vereinsvorstand.

Madleine

Wie bist du zur Feuerwehr gekommen?

Bereits früher war ich mit meinem Papa bei vielen Feuerwehrfesten oder beim Maibaumaufstellen dabei – selbstverständlich mit dem Feuerwehrshirt. Auch mein Opa war lange Kommandant der Feuerwehr Arberg. Als ich dann das Alter für die Jugendfeuerwehr erreicht und mitbekommen habe, dass Freunde von mir auch Teil der Feuerwehr sind, entschied ich mich sofort, unserer Feuerwehr beizutreten.

Was reizt dich besonders daran?

Mich beeindruckt in der Feuerwehr nicht nur die Tätigkeit im Allgemeinen, sondern auch der Zusammenhalt. Bei jedem Einsatz und in verschiedenen Übungen weiß ich, dass ich mich auf die gesamte Truppe verlassen kann. Natürlich kommt auch die Geselligkeit bei uns nicht zu kurz – sei es das Zusammensitzen nach den erfolgreich abgelegten Leistungsabzeichen, die Kirchweih, das jährliche Maibaumfest oder die Übungen – zu lachen gibt es bei uns immer etwas :) Durch die Feuerwehr lernt man nicht nur sehr viel fürs Leben, sondern man gewinnt durch die Gemeinschaft viele neue Freunde dazu.

Was sagst du zu der Behauptung, Frauen wären für die Feuerwehr körperlich zu schwach?

Der Behauptung stimme ich nicht zu, denn auch wir sind stark genug um unter anderem einen Spreizer zu tragen. Meiner Meinung nach schafft man alles, was man sich vornimmt und das ist nicht abhängig von dem jeweiligen Geschlecht. Natürlich sind einige Gerätschaften etwas schwerer, aber dann helfen wir uns selbstverständlich gegenseitig. Auch Männer haben manchmal nicht so viel Kraft... :)

Was würdest du einer Frau mit auf den Weg geben, die überlegt, der Feuerwehr beizutreten?

Überlege nicht lange – sondern trau dich! Heutzutage ist es wichtig, dass Feuerwehren nicht nur aus Männern bestehen, sondern auch genügend Frauen aufgenommen werden. Gerade bei uns in Arberg bin ich schon ein bisschen stolz darauf, dass wir so viele Frauen sind! Warum auch nicht? Wir Frauen können genauso die Aufgaben einer Feuerwehr übernehmen!

Madleine hat die Modulare Truppausbildung (MTA) absolviert und ist Kassier des Festausschusses. Als nächstes steht für sie die Ausbildung zur Atemschutzgeräteträgerin auf dem Programm.

Julia

Wie bist du zur Feuerwehr gekommen?

Zur Feuerwehr bin ich durch meinen Bruder gekommen. Er selbst konnte es nicht erwarten, bis er alt genug war, um beizutreten. Und bei mir war es dann ein paar Jahre später nicht anders. Er erzählte immer von den Übungen und was sie sonst so machten, und es hörte sich ziemlich interessant an. Je mehr ich davon erfahren habe, desto größer war mein Wunsch, auch dazu zu gehören.

Was reizt dich besonders daran?

Ich finde es großartig, dass man durch die Feuerwehr anderen Menschen in Not helfen kann.

Was sagst du zu der Behauptung, Frauen wären für die Feuerwehr körperlich zu schwach?

Frauen sind ganz und gar nicht zu schwach dafür. Natürlich gibt es auch etwas schwerere Arbeitsgeräte, aber da ist es selbstverständlich sich gegenseitig zu helfen. Durch die Zusammenarbeit können wir alles schaffen. Außerdem gibt es auch genug leichte Arbeiten zu tun, die wirklich jede Frau schaffen kann. Es wird aber auch darauf geachtet, dass wir Frauen nicht unbedingt die allerschwersten Arbeiten ausführen müssen.

Was würdest du einer Frau mit auf den Weg geben, die überlegt, der Feuerwehr beizutreten?

Wenn ihr interessiert seid: kommt einfach vorbei, schauts euch an und probierts aus!